Justitia als Symbol der Gerechtigkeit
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Justitia (Gerechtigkeit) ist eine der vier
Kardinaltugenden. Die anderen drei heißen
Diese vier Tugenden gehen auf die „Politeia" des Plato zurück und standen im Christentum den drei geistlichen Tugenden Fides (Glaube), Caritas (Liebe) und Spes (Hoffnung) zur Seite. Im römischen Rechtsdenken verkörpert die Frauenfigur Justitia die Erhaltung und Bewahrung des strengen, postiven Rechts. Sie wird dabei meist als Matrone mit Szepter und Opferschale dargestellt oder als sitzende Frau, in der rechten Hand mit langem Stab, in der linken den Palmzweig haltend. Im germanischen Denken gab es keine Personifikation der Gerechtigkeit, jedoch viele Symbole für Gerechtigkeit wie das Schwert, das in vielen Rechtsangelegenheiten auch symbolisch Verwendung fand.
Zur Ausformung des gängigen Typus der Justitia mit den Attributen Schwert und Waage kam es im Spätmittelalter. Ab dem 15. Jahrhundert standen Darstellungen der Justitia in deutschen Städten vermehrt mit dem Rathaus als Rechtsträger in Verbindung. Die Justitia über dem Portal des Salzburger Rathauses wurde vom Bildhauer Hans WALDBURGER (*1570 in Ibk, +1630 in Sbg) im Jahr 1616 ausgeführt.
Die beiden in Nischen zwischen den großen Fenstern des ersten Stockes starr stehenden weiblichen Figuren weisen die Attribute Spiegel und Flammen auf. Es handelt sich wohl um die Personifikation von Wahrheit und Klugheit. Diese Plastiken blicken gerade vor sich hin und können so nicht die Illusion des Dialoges mit den Passanten aufrecht erhalten.
Weitere Darstellungen der Justitia sind in Salzburg im von Arsenio Mascagni bemalten Festsaal des Schlosses Hellbrunn, als gemalte Nischenfigur Hans Bocksbergers d.Ä. im Schloß Freisaal (1558), als Stuckrelief in der Gabrielskapelle aus der Zeit Wolf Dietrichs und im Saal der Tugenden im Neugebäude (Glockenspiel) zu finden. |